Meine Bands -

unter dieser Rubrik könnt ihr erfahren, wer meine Favoriten in Sachen Musik sind bzw. waren, wie ich dazu kam, welche Songs ich besonders mag usw. Hab einfach mal so vor mich hin geschrieben, in Erinnerungen geschwelgt - und dabei verdammt gute Musik gehört. Es sind noch nicht alle Texte eingetippt - lasst euch überraschen, welche Bands hier noch auftauchen werden...

AC/DC

Australien... Land der Kängurus, der Aborigines, des Ayers Rock und... AC/DC !

Sie sind eine meiner absoluten Lieblingsbands - allerdings nur mit Bon Scott am Mikro. Ich weiß, es ist unfair gegenüber Brian Johnson. Seit über 20 Jahren macht er nen guten Job als Sänger dieser Band. Aber die Stimme von Bon und seine Texte machten für mich meine Leidenschaft für diese australischen Rocker aus. Es hört sich vielleicht brutal an, aber so fühlte ich halt nun mal: als Bon starb, starb für mich AC/DC mit ihm.

Wenn ich an AC/DC denke, sehe ich vor meinem geistigen Auge Angus und Malcolm Young an den Gitarren, Basser Cliff Williams, Phil Rudd an den Drums und Bon Scott als Sänger – und diese 5 standen für puren Rock´n´Roll – und das ist für mich die Mixtur zwischen ner großen Dosis Rock, nem Löffel voll Rhythm`n`Blues und ner Prise BoogieWoogie... meine Meinung und meine Definition...

Bons extrem raue kratzige heisere Stimme, die Musik, die Texte...die Jungs waren wild, verrückt, spielten ehrliche gradlinige Rockmusik ohne großen Schnickschnack, die ins Ohr ging und nicht wieder raus wollte. Ihrem Stil blieben sie immer treu und sie waren eine phantastische Live-Band. Bass, Schlagzeug und die Gitarren powerten die Beats, Angus überzeugte an der Leadgitarre und bot so manches heiße Solo. Viele Songs hatten ne mehr als ordentliche Länge und live gab´s einige in superlang :-) Leider war es mir nie vergönnt, selbst bei einem Konzert der Band dabei zu sein.....

Angus in seiner Schuluniform, der rumtobte wie ein Wilder und auch schon mal seine Hose runterließ und dem Publikum seinen nackten Popo präsentierte. Bon mit nacktem Oberkörper, seinen tollen Tattoos und der einzigartigen Stimme, die sich nach Gurgeln mit Whiskey und Rasierklingen anhörte. Er zog jeden mit dieser enormen Röhre in seinen Bann. Zudem war er mit einem Charisma ausgestattet, wie ich es selten bei einem Sänger erlebt habe. Seine Bewegungen auf der Bühne wirkten nicht gerade rhythmisch, eher... taumelnd, torkelnd – doch sobald er seine Stimmbänder aktivierte, war alles andere so was von egal.... Wenn der große Kerl dann noch den kleenen Angus auf die Schultern nahm und ihn über die Bühne trug... ach ja... Das Gesamtbild stand für mich für Freiheit, Unabhängigkeit, Wildheit, Party, Spaß - Leben pur...

Bon war in Interviews meist ein witziger Kerl. Aber sein Leben war wohl weder frei, noch unabhängig - was teilweise in seinen Texten zu erkennen war. Hinter der rauen Schale steckte eine sensible Seele... er betäubte sich mit Alkohol und dann erwischte er einen „Touch Too Much“. Als die Nachricht über seinen Tod vermeldet wurde, hab ich zum ersten Mal in meinem Leben um einen Menschen geweint, den ich persönlich überhaupt nicht kannte. Dieser 19.02.1980 zeigte mir aber auch, dass man sich Stars nie zu nah fühlen sollte. Man kennt sie nicht, bildet sich durch Interviews und dem, was sie nach außen zeigen, eine Meinung... baut sich ein Bild... meint, eine gewisse Verbundenheit zu spüren.... Nur passt das nie zu dem wirklichen Menschen, der hinter dem Star steckt... Meine Form des Fan-Seins erhielt den letzten Schliff... Ich möchte betonen, dass ich nie verliebt in ihn war – wie soll ich jemand lieben, den ich nicht kenne, nie mit ihm gesprochen habe, nie Zeit mit ihm verbracht habe ?? Er war ein faszinierender Kerl - ich dachte, diese Art des Lebens müsste doch toll sein – im Vergleich zu meinem Landei-Dasein war es das wohl auch, aber es machte scheinbar nicht unbedingt glücklicher... Ronald Belford „Bon“ Scott wurde nur 33 Jahre alt – die Besten sterben jung – Rock in peace, Bon !!

Ich hab in musiktechnischer Hinsicht sehr viel aus der AC/DC-mit-Bon-Ära. Im Partykeller stehen die Vinyls – besonders meine 2 australischen Pressungen hüte ich wie nen Augapfel. Später hab ich mir alles, was zu kriegen war, noch mal in CD-Form zugelegt. Ich hatte sicher Glück, dass meine Eltern kein Englisch verstehen, denn diese Platten wären dann sofort ausm Haus geflogen *lacht* Die Texte waren teilweise nicht so ganz... geeignet für die Ohren einer 13jährigen... sie waren aus dem Leben gegriffen, eher derbe, ironisch, direkt, immer aussagekräftig...  und man konnte viele so oder so verstehen... ;-)

Von Mitte bis Ende der 70er Jahre kamen 6 Alben heraus. Ein großer Nachteil aller > es sind zu wenige Songs drauf, denn ich konnte nie genug davon kriegen :-) Auf ihren Musikstil bin ich weiter oben ja schon eingegangen. Ich mag eigentlich alle Songs total und jeder hat ne gewisse bzw. besondere Bedeutung für mich – und das auch heute noch nach all den Jahren...

Jetzt schnapp ich mir die CDs und schwelge in Erinnerungen...  ;-)

 

High Voltage

1976, 9 Songs. Das Erstlingswerk der Herren und gleich ein Hammer. Mag ich durchgehend, damit haben sie sich in meine Top 10 gespielt. It´s A Long Way To The Top rockt mit Dudelsack-Einlagen, kommt super rüber. T.N.T. und High Voltage entwickelten sich zu Band-Klassikern. The Jack ist ne “heiße” Nummer, zum Text passender Rhythmus – ein irrer Song ! ;-)

 

Dirty Deeds Done Dirt Cheap

1976, 9 Songs. Bei Big Balls grins ich mir jedes Mal einen ab, eine ironisch-freche Abrechnung mit ner gewissen Art Mensch. Abrocken tu ich liebend gerne bei dem Titeltrack und There´s Gonna Be Some Rockin`. Ride On ist ne langsamere Nummer, zum Ausruhen, Zuhören, Genießen... Ain´t No Fun ...- klasse Text, ein sehr langes Werk, das Midtempo beginnt und dann ganz schön Gas gibt...

 

Let There Be Rock

1977, 8 Songs. Ab in den Player, die Lautstärke hoch, abrocken, mitsingen und schon geht´s mir prima. Lauter Knaller - meine Nummer 2 ! Der Titelsong und Whole Lotta Rosie sind AC/DC-Klassiker. 6 Minuten Hochgenuss > Overdose.

 

Powerage

1978, 9 Songs. Mein Fave ist Sin City, wohl auch wegen dem interessanten Text. Auf den nächsten Plätzen landen – weil gut zum Abtanzen - Rock´n´Roll Damnation und Down Payment Blues. Dieses Werk schwächelte für mein Empfinden im Vergleich zu den Vorgängern ein bisserl....

 

If You Want Blood

1978, 10 Songs. Ein phänomenales Live-Album. Höhepunkte sind die extralangen Fassungen von Bad Boy Boogie (7.35 Min.), High Voltage (6 Min.) und Let There Be Rock (8.15 Min.) sowie die Wahnsinnsversion von Whole Lotta Rosie.

 

Highway To Hell

1979, 10 Songs. DAS Kult-Album überhaupt, auch für mich – meine Nummer 1 !! Song für Song ein Volltreffer. Der Titeltrack war der größte Hit der Band - den kennt wohl (fast) jeder. Auf dieser CD ist mein absoluter Fave zu finden, nämlich Touch Too Much - der geht tierisch ab, ist in jeder Hinsicht einfach nur.... geil !!! Grandios > Night Prowler - Gänsehautfeeling, da schleich ich im Rhythmus mit - wow !! Weitere Knaller > Love Hungry Man, Girls Got Rhythm. Und jetzt hör ich auf, sonst hab ich alle 10 durch :-)

 

Für Bon-Fans kam 1984 noch ein Leckerchen raus – die CD `74 Jailbreak. Darauf 5 Songs, die es bis dahin nur auf den australischen LP-Versionen von High Voltage und Dirty Deeds Done Dirt Cheap zu hören gab. Jailbreak, You Ain´t Got A Hold On Me, Show Business (selbiges wird hier schön auf die Schippe genommen), Soul Stripper und Baby Please Don’t Go – alle einfach nur tierisch gut !!

Einen meiner Lieblingssongs gab´s meines Wissens auch nur auf Vinyl. Es ist der Titel R.I.P.(Rock in peace), zu finden auf der australischen Pressung von Dirty Deeds... Im Nachhinein betrachtet, bekommt der Text ne ganz andere traurige Bedeutung....

Zum Abschluss noch eine kleine Geschichte aus meinem Fan-Dasein :

als der Film „Let There Be Rock“ im Kino anlief, musste ich ihn natürlich dringenst sehen. Ich war 17, musste an zwei Krücken laufen, viel Geld hatte ich nicht – und eigentlich wollte niemand außer mir in diesen Film gehen. Aber da gab’s meine beste Freundin, riesiger Abba-Fan und der Rockmusik total abgeneigt. Sie wusste, wie viel es mir bedeutete, den Film sehen zu können... und sie „opferte“ sich freiwillig. Zu Fuß trabten wir die 8 Kilometer zum Kino. Was hab ich den Film genossen, besonders die Konzertausschnitte. Rita guckte mich mehr als einmal verzweifelt an und zweifelte wohl mehrheitlich an mir und meinem Geisteszustand. Dann 8 Kilometer zu Fuß zurück, das alles an Krücken, meine Hände waren voller Blasen. Aber was tut man nicht alles für seine Musik... Bevor der Film abgesetzt wurde, machten wir die ganze Tour noch mal. Nur trug ich dann brav Handschuhe. Der Schallplattenladen meines Vertrauens musste ran und mir das Video zum Film besorgen. Bis heute hüte ich dieses Tape wie nen Goldschatz. Andere Videokassetten mit TV-Auftritten von AC/DC aus dieser Zeit sind leider total im Eimer. Falls jemand diesen Text liest und hat noch irgendwas an alten Konzerten und TV-Auftritten > bitte dringend bei mir melden !!!

 

@2004 by Anubis. Keine Weiterveröffentlichung ohne schriftliche Genehmigung !!